"...weil Worte nicht zu in Stein gemeißelten Lügen werden dürfen..."

Warum fällt es nur so schwer zu wissen, welchen Wert man Worten beimessen soll? Kann ich die Aussage eines Wortes als immer gültig annehmen, oder ist sie nur im Moment des Aussprechens richtig? Gerade wenn man kein besonders guter Menschenkenner ist, hält man sich gerne an irgendwann einmal gesprochenen Worten des anderen fest, um dessen Reaktionen einzuschätzen, oder ihn zu verstehen. Dieses Verhalten rührt wohl von der eigenen Unsicherheit her, weil man in bestimmten Situationen auch von sich selbst nicht genau weiß, wie man sich dann verhält. Ich würde mich auch gerne an meine eigenen Worte halten können, aber bei sich selbst sieht man leicht ein, daß das nicht immer möglich ist. Nur bei anderen fällt das halt ungeheuer schwer. Worte sind nicht rückgängig zu machen, aber wenn sie im Moment des Aussprechens wahr waren, waren sie gut. Und sie werden nicht schlechter, wenn man sich zu anderen Zeiten zwar an sie erinnert, aber doch andere Worte für vielleicht die gleiche Wahrheit gebraucht.


© Carsten Jost - Alle Rechte vorbehalten

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